Neuer Vorsitz bei der GGL: Hochgrebe löst Kirchner ab und startet die erste GlüStV-Überprüfung
Mara Perry · Jul 29, 2026

Neuer Vorsitz bei der GGL: Hochgrebe löst Kirchner ab und startet die erste GlüStV-Überprüfung

Christian Hochgrebe hat am 1. Juli 2026 formell den Vorsitz im Verwaltungsrat der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder übernommen und damit Sandro Kirchner abgelöst, der das Amt im Rahmen der jährlichen Rotation unter den Vertretern der Bundesländer innehatte. Diese Regelung sorgt dafür, dass der Vorsitz turnusmäßig wechselt und verschiedene Landesperspektiven in die Leitung der Behörde einfließen.
Die Rolle der GGL und der aktuelle Wechsel
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder überwacht die Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrags 2021, der seit fünf Jahren die Rahmenbedingungen für das Online-Glücksspiel in Deutschland festlegt. Beobachter weisen darauf hin, dass der Wechsel an der Spitze pünktlich zu einem wichtigen Meilenstein erfolgt, denn die Behörde bereitet nun die erste verpflichtende Evaluierung des Vertrags vor. Diese Prüfung wird Aspekte wie Werberichtlinien, Einzahlungsgrenzen, Verbraucherschutzmechanismen sowie Maßnahmen zum verantwortungsvollen Spielen unter die Lupe nehmen, während zentrale Vorgaben wie das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei Automatenspielen unverändert bleiben sollen.
Vorbereitungen auf die Evaluierung des GlüStV 2021
Die Evaluierung dient dazu, die Wirksamkeit der seit 2021 geltenden Regelungen zu bewerten und gegebenenfalls Anpassungen vorzuschlagen. Experten der GGL sammeln derzeit Daten zu Werbestandards, wobei die Behörde bereits in früheren Phasen Richtlinien für Werbung entwickelt hat, die auf Schutz der Spieler abzielen. Gleichzeitig fließen Erkenntnisse zu Einzahlungskontrollen ein, die Spieler vor übermäßigen Ausgaben bewahren sollen, und zu Verbraucherschutzvorkehrungen, die in der Praxis Anwendung finden. Die Überprüfung wird auch die Effektivität von Programmen zum verantwortungsvollen Glücksspiel analysieren, die von lizenzierten Anbietern umgesetzt werden müssen.
Und hier zeigt sich, wie eng die Vorbereitungen mit der täglichen Arbeit der Behörde verknüpft sind, denn die GGL muss sicherstellen, dass alle Beteiligten die bestehenden Vorgaben einhalten, während die Evaluierung läuft. Die jährliche Rotation im Verwaltungsrat bringt frische Impulse, und Hochgrebe übernimmt in einer Phase, in der die ersten umfassenden Bewertungen anstehen.

Auswirkungen auf die Regulierungspraxis
Die Ergebnisse der Evaluierung werden voraussichtlich in die weitere Entwicklung der Regulierung einfließen, ohne dass Kernbeschränkungen wie das Slot-Einsatzlimit zur Diskussion stehen. Behördenvertreter betonen, dass die Prüfung auf einer breiten Datenbasis beruht, die aus Berichten der Anbieter, Spielerschutzorganisationen und Aufsichtsstellen stammt. Solche umfassenden Analysen helfen dabei, Stärken und mögliche Lücken im bestehenden System zu identifizieren, wobei die Rotation im Vorsitz dafür sorgt, dass unterschiedliche Erfahrungen aus den Ländern berücksichtigt werden.
Der Kontext der GlüStV-Entwicklung seit 2021
Seit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 hat die GGL eine zentrale Rolle bei der Lizenzvergabe und Überwachung von Online-Glücksspielangeboten eingenommen. Die erste obligatorische Evaluierung markiert einen wichtigen Schritt, um die langfristige Wirksamkeit dieser Regelungen zu überprüfen. Hochgrebe bringt als neuer Vorsitzender Erfahrungen aus seiner bisherigen Tätigkeit in die Leitung ein, und die Behörde konzentriert sich darauf, die Vorbereitungen termingerecht abzuschließen. Die Evaluierung wird Werbung, Einzahlungskontrollen und weitere Schutzmaßnahmen systematisch betrachten, um fundierte Erkenntnisse für die kommenden Jahre zu gewinnen.
Schluss
Die Amtsübernahme durch Christian Hochgrebe am 1. Juli 2026 fällt damit genau mit dem Beginn der intensiven Vorbereitungsphase für die erste große Vertragsprüfung zusammen. Die GGL stellt sicher, dass alle relevanten Bereiche wie Werbestandards, Einzahlungskontrollen und verantwortungsvolles Spielen in die Bewertung einbezogen werden, während die Kernvorgaben des GlüStV 2021 stabil bleiben. Dieser Prozess liefert künftig wichtige Daten für die Weiterentwicklung der Glücksspielregulierung in Deutschland.